Flüsse sind nicht nur physische geographische Strukturen, sondern auch kulturelle und historische Markierungen, die das kollektive Gedächtnis einer Region prägen. Flüsse spielten während des Nationalsozialismus zentrale und unterschiedliche Rollen – als Stromerzeuger:innen, als Orte des Forttragens und Verbergens, als Tatorte ebenso wie Fluchträume. Verbunden mit der Erinnerung an die sie ehemals umgebenden Gebäude und Objekte wie Lager, Wasserkraftwerke, Wehren, Brücken oder Industriebauwerke sind sie häufig die letzten Zeug:innen von Zwangsarbeit, Ermordung und Ausbeutung. In diesem Beitrag werden Flüsse nicht als passive, geographische Objekte verstanden, sondern als dynamische Entitäten, die in einem kontinuierlichen Dialog mit der menschlichen Geschichte stehen. Flüsse schreiben sich ein in umgebende Körper, Landschaften und Objekte, ebenso wie sie ihrerseits Körper aufnehmen, auflösen oder forttragen und damit eine Erzählung fortschreiben. Konkret am Beispiel des oberösterreichischen KZ Außenlagers Pettighofen an der Ager wird die verschränkende Position von Flüssen als aktive Akteure, die Geschichte materialisieren und auf vielfältige Weise in die Erinnerungskultur eingreifen, verdeutlicht und werden dadurch notwendige Fragen nach neuen Praktiken und Strategien von Gedenken diskutiert.
Vortrag im Rahmen der Tagung
Wildes Gedenken
Nicht-institutionalisiertes Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus
Tagung: 7. bis 9. Mai 2025; Ausstellung: 30. April bis 9. Mai 2025 Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, 5. Stock Hörsaal C und D
Tagung vom 7. bis 9. Mai 2025 an der Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, 5. Stock Hörsaal C und D
Ausstellung vom 30. April bis 9. Mai 2025 an der Kunstuniversität Linz, splace am Hauptplatz
anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus
Eine Kooperation zwischen der Kunstuniversität Linz / Co.Lab Erinnerungsarbeit • ästhetisch-politische Praktiken sowie dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim.

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