Die starken Männer

Das Blöde und auch Gefährliche ist ja, dass der Ruf nach den starken Männern nicht nur auf die Rechten und die Extremen Rechten beschränkt bleibt. Gerade auch bei Sozialdemokrat_innen ist die Gefahr, in Jenen eine Hoffnung zu sehen, die zeigen wollen, ‚wo es langgeht‘, die auf den Tisch hauen und meinen, die Sozialdemokratie sei deshalb geschwächt, weil so viel diskutiert würde, aktuell ziemlich ausgeprägt. Gerade die letzte Sichtweise aber ist das Gegenteil sowohl von Demokratie als auch von einer selbstbewussten Haltung gegenüber Werten und Einstellungen, die eine Demokratie ausmachen und die Bürger_innen innerhalb eines Landes brauchen, um an sich selbst zu glauben. Und ein ‚an sich selbst glauben dürfen‘ ist allemal wichtiger als ein zutiefst neidvolles und angstzerfressenes ‚auf Schwächere hinhauen müssen‘, um sich besser zu fühlen. Männern, die ihre Wut und Haudrauf-Mentalität als Schutzschild vor sich hertragen, die damit jede Kritik abwehren und deren Verhaltensweisen eher autokratische als demokratische Züge innewohnen, ist schon im Alltag aber mehr noch in der Politik ganz gründlich zu misstrauen. Ganz egal welcher Couleur.

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